Domowina sorgt sich um Zukunft sorbischer Museen im ländlichen Raum der Nieder- und Oberlausitz – Stiftung signalisiert Unterstützung

Die ungewisse Zukunft sorbischer Museen im ländlichen Raum der Ober- und Niederlausitz veranlasste die amtierende Sprecherin des Domowina-Regionalverbandes „Jan Arnošt Smoler” Bautzen/Budyšin, Leńka Thomas, zu einem Brief an die Stiftung für das sorbische Volk. Der Bautzener Domowina-Regionalvorstand sieht dringenden Bedarf, dass sich eine hauptamtlich tätige Person um die finanzielle und materielle Ausstattung der Museen kümmert und die konzeptionelle Arbeit begleitet. Auf dem Gebiet des Territoriums des Bautzener Regionalverbandes betrifft das vor allem das Schulmuseum Korla Awgust Kocor” in Wartha/Stróža und das Martin-Nowak-Neumann-Haus in Nechern/Njechorń. Doch auch über die Zukunft des Ćišinski-Museums in Panschwitz-Kuckau/Pančicy-Kukow wird zurzeit nachgedacht, und in der Niederlausitz sorgt das Tauziehen um die Finanzierung für das Heimatmuseum Dissen/Dešno, dem „beliebtesten Museum in Spree-Neiße“ (Lausitzer Rundschau) seit letztem Jahr für Schlagzeilen.
 
Dieser Tage hat im Schulmuseum Wartha/Stróža eine Beratung mit dem Bürgermeister von Malschwitz/Malešecy, Matthias Seidel, dem Vorsitzenden der Domowina Dawid Statnik, dem Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Jan Budar, der Domowina-Regionalsprecherin Katja Ließner und Jana Peter vom Heimatverein Radiška”, Träger des Museums, und zugleich Mitglied des Domowina-Regionalvorstandes, stattgefunden. Jana Peter hatte auf die Probleme verwiesen, die zurzeit typisch für solche Museen sind: Die Betreiber sind mit der Erarbeitung des Eigenanteils für Fördermittel, Erwirtschaftung der Betriebskosten und wachsender Bürokratie überlastet. In diesem konkreten Fall wurden mögliche Projekte angesprochen, insbesondere die Sanierung des Hauses in Verantwortung der Gemeinde. Den Museen kommt große Bedeutung insbesondere für Kinder und Jugendliche zu, die so an sorbische Sprache, Kultur und Tradition anschaulich herangeführt werden.
 
Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik: „Der Verein Radiška investiert all seine Kraft in die Unterhaltung dieses großartigen Denkmals der Geschichte. Ähnliches erleben wir andernorts in der Lausitz. Die aktuelle Situation belastet die Tätigkeit zusätzlich. Wir wollen deshalb zusammen mit der Stiftung für das sorbische Volk die Bedingungen verbessern. Ich freue mich, dass sich die Gemeinde Malschwitz/Malešecy klar zu ihrer Mitverantwortung bekennt.”
 
Jan Budar, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, erklärte nach dem Treffen: „Für die Verbesserung der Lage der sorbischen Museen im ländlichen Raum muss eine Lösung gefunden werden, die unsere sorbische/wendische Museums-Landschaft als Ganzes berücksichtigt. Diese Museen sind nicht nur Teil unseres Kulturerbes, sondern auch attraktive Bildungsorte für Schüler und Touristen und wichtige Treffpunkte für Vereine. Wenn sich jemand findet, der ein solches Konzept erarbeitet und die Umsetzung vor Ort beratend begleitet, unterstützt die Stiftung das gerne.“