Anton Paulik vertritt die slowakische Nationalität erneut im ungarischen Parlament

21.05.2026

Anton Paulik bleibt parlamentarischer Sprecher der slowakischen Nationalität in Ungarn. Nach den Parlamentswahlen im April übernimmt er dieses Amt bereits zum dritten Mal und vertritt damit auch in der neuen Legislaturperiode die Anliegen der slowakischen Minderheit in der Ungarischen Nationalversammlung.

Die slowakische Nationalitätenliste, die erneut von Paulik angeführt wurde, erhielt 904 gültige Stimmen. Der Wahlgang fand unter besonderen politischen Vorzeichen statt: Durch den zugespitzten Wahlkampf der Parteien meldeten sich viele Menschen aus den Verzeichnissen der Nationalitätenwähler ab. Gleichzeitig führte die historisch hohe Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent dazu, dass sich die Bedingungen für ein Vorzugsmandat der Nationalitäten veränderten.

Anders als in den beiden vorherigen Legislaturperioden wird im neuen Parlament kein Nationalitätenabgeordneter mit vollem Stimmrecht vertreten sein. Damit verändert sich auch der politische Handlungsspielraum der Nationalitätensprecher. Während bisher ein Abgeordneter der Nationalitäten Änderungsanträge direkt im Plenum einbringen konnte, wird die parlamentarische Arbeit künftig noch stärker über den Ausschuss für Nationalitäten laufen.

Paulik macht deutlich, dass diese Situation nicht völlig neu ist. Schon in der ersten Wahlperiode mit Nationalitätensprechern im Parlament gab es keinen voll stimmberechtigten Nationalitätenabgeordneten. Entscheidend sei deshalb, dass der Ausschuss für Nationalitäten seine Kompetenzen behält. Als ständiger Ausschuss des Parlaments bleibt er ein wichtiges Instrument, um die Interessen der Nationalitäten in die Gesetzgebungsarbeit einzubringen.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Stellung des Ausschussvorsitzenden in der parlamentarischen Struktur. Wichtig ist vor allem dessen Mitgliedschaft im sogenannten Hauptausschuss (Házbizottság), der über Zeitplan und Tagesordnung der Parlamentssitzungen entscheidet. Sollte diese Einbindung bestehen bleiben, rechnet Paulik nicht mit grundlegenden Veränderungen in der Zusammenarbeit.

Für die neue Legislaturperiode steht nun der Aufbau verlässlicher Kommunikationswege im Vordergrund. Paulik will die bisherige Arbeit des Nationalitätenausschusses gegenüber der neuen politischen Führung sichtbar machen und frühzeitig gemeinsame Gesprächsgrundlagen schaffen.

Für die slowakische Gemeinschaft in Ungarn bleiben dabei konkrete Fragen zentral: die langfristige Finanzierung der Minderheiteninstitutionen, die Weiterentwicklung von Stipendienprogrammen für künftige Nationalitätenlehrkräfte sowie für Schülerinnen, Schüler und Studierende und die Umsetzung strategischer Projekte. Dazu zählt auch das geplante Slowakische Kulturzentrum in den Räumen der ehemaligen Kirche der slowakischen Evangelischen in der Rákóczi-Straße in Budapest.

Die AGSM in der FUEN gratuliert Anton Paulik herzlich zur erneuten Wahl und wünscht ihm für seine Arbeit in der neuen Legislaturperiode viel Erfolg.