Landessorbenbeauftragter Dünow: Minderheitenförderung ist gelebte europäische Vielfalt

Der Brandenburger Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär
Tobias Dünow, zeigte sich enttäuscht von der EU-Entscheidung: „Es ist außerordentlich bedauer- lich, dass die EU-Kommission keine einzige Anregung der erfolgreichen Bürgerinitiative übernommen hat. Das ist eine Brüskierung der 1,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die sich für diese Minderheiten-Initiative eingesetzt hatten. Das Land Brandenburg wird ungeachtet dessen an seiner Minderheitenpolitik festhalten und die kulturelle und sprachliche Vielfalt weiter fördern. Denn wir sind stolz auf unsere sprachliche und kulturelle Vielfalt. Das wendische Volk und die deutschen Sinti und Roma sind integraler Bestandteil unserer Gesellschaft, unserer Geschichte, unserer Kultur – und Teil des europäischen Kulturerbes.“

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wen- den, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuentwickeln. Das Land Brandenburg hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beige- tragen, die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen und unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,9 Millionen Euro.

In Brandenburg leben seit Jahrhunderten Sinti und Roma. Um ihre Situation zu stärken, haben das Land und der Landesverband deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg im Oktober 2018 eine Vereinbarung zur Aufarbeitung, zum Gedenken und zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Ein Schwerpunkt der Vereinbarung ist die Gedenk- und Antidiskriminierungs- arbeit. Ziel ist, Bildungs- und Jugend-Einrichtungen sowie Kommunen für die Geschichte und Kultur der Sinti und Roma zu sensibilisieren. Das Land unterstützt die Gedenk- und Erinnerungsarbeit des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg mit jährlich 5.000 Euro.

Die zentrale Dachorganisation der Sorben / Wenden ist die Domowina, gründungsmitglied der AGSM. 

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